Ein Rock-Konzert im oberösterreichischen Antiesenhofen dürfte ein gerichtliches Nachspiel haben. Auf einem Video seien Hakenkreuz-Fahnen und Jugendliche beim Hitlergruß zu sehen. Der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl hat Anzeige wegen Wiederbetätigung erstattet.
150 bis 200 Personen sollen zu dem Konzert gekommen sein, viele von ihnen sind in Deutschland als “Rechtsextreme” amtsbekannt (!). Auf der Bühne standen Bands mit so sinnigen Namen wie Braune Brüder, Indiziert und Feldherren. Und ihre Musik ist dementsprechend “bodenständiger Skinheadrock”, wie Braune Brüder erklären.
“Blut muss fließen knüppeldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik” - so lautet ein im Radio zitierter Liedtext. Die deutschen Behörden hatten die Veranstaltung nicht genehmigt, daher sei sie von Bayern nach Oberösterreich verlegt worden. Hier hat es keinen behördlichen Einwand gegeben.
“Wir haben das Ganze vor Ort geprüft”, erklärte Michael Tischlinger vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Radio-Interview. Man habe aber “keine Gründe gefunden, die Veranstaltung aufzulösen”. Die Polizei habe zwar vor dem Gebäude kontrolliert, sei aber nicht bei dem Konzert anwesend gewesen, da es sich um eine geschlossene Veranstaltung gehandelt habe, erläuterte Lißl. Das Konzert habe in einer Discothek stattgefunden, der Wirt sei erst einen Tag zuvor ersucht worden, das Lokal zu vermieten, so der Sicherheitsdirektor.
Das Video sei den Behörden erst seit kurzem bekannt. Lißl: “Wir haben sofort Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ried erstattet.” Sie laute auf nationalsozialistische Wiederbetätigung und richte sich vorläufig gegen unbekannte Täter.
“Ich bin sehr betroffen”, sagte Bezirkshauptmann Franz Pumberger im Radio. Er habe es nicht für möglich gehalten, daß eine Veranstaltung mit derartigem Inhalt ablaufe. “Es bestärkt mich nur, konsequent gegen Demonstrationen und Versammlungen aus dieser Szene vorzugehen.” Die Texte seien vorher überprüft worden, aber “es ist nichts festgestellt worden”, begründete er auf Ö1, wieso er die Veranstaltung nicht unterbunden habe.
In Deutschland ist man wachsamer. In einer Broschüre des deutschen Verfassungsschutzes heißt es: “Wenn während des Verlaufs eines Konzerts Bands oder Besucher gegen Gesetze verstoßen, löst die Polizei die Veranstaltung auf. Im Jahr 2003 war dies bei 17 der 119 Veranstaltungen der Fall. Weitere 22 Konzerte wurden von den zuständigen Behörden im Vorfeld verhindert.”


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