Viel Geld für ein paar Lügen: Warum ich HC Strache denunzieren soll
Seit einer Woche läuft in Österreich eine Kampagne gegen Heinz Christian
Strache, die mittlerweile den Charakter einer Treibjagd angenommen hat, mit
dem Ziel, den FPÖ-Chef zu Fall zu bringen. Seit einer Woche werde ich von
Journalisten belästigt, die mit mir über Strache “reden” wollen. Die Absicht
ist klar: Man möchte, daß ich kompromittierende Dinge über Strache erzähle,
gleichgültig ob sie wahr oder falsch sind.
So erreichten mich am Montag per eMail Fragen der Tageszeitung “Österreich”,
die in der Betreffzeile mit “Strache/Paintball/Vapo” umschrieben waren. Das
ist im wesentlichen auch die Richtung, in die man das Spielchen von Anfang
an gelenkt hat. Und als “Kronzeugen” hätte man noch gerne einen namhaften
Vertreter der Spezies “Neonazi”, um der Geschichte eine gewisse
Authentizität zu verleihen.
Ob ich tatsächlich als “Kernperson des Rechtsextremismus” (Neugebauer am
19.1. in der ZiB2) anzusehen bin, sei dahingestellt. Auffällig ist nur, daß
man mir auf einmal so große Bedeutung schenkt und in langen Artikeln meine
bisherigen Bemühungen für Volk und Heimat würdigt. Von einer
“jahrzehntelange[n] Karriere im neonazistischen Milieu” schreibt da etwa das
“profil” (Nr. 4/2007) in seinem Erguß, der in sichtlicher Eile entstanden
sein dürfte, da er noch nicht einmal zur Hälfte richtig ist. Mir wurde
zugetragen, daß in nationalen Kreisen nach belastenden Fotos für Strache
gefragt wurde und dabei für ein Foto EUR 10.000,- (!) geboten worden wäre.
Wenn aber bereits für ein Foto EUR 10.000,- bezahlt worden wäre (und
offensichtlich auch bezahlt worden ist), dann hätte die Medien-Mafia wohl
mehr als 30 Silberlinge springen lassen, wenn ich die mir angebotene Rolle
als Judas angenommen und mitgespielt hätte…
Ich aber habe jegliches Interview abgelehnt, und zwar aus mehreren Gründen:
1) Ich kenne diese Kampagnen nur zu gut aus eigener Erfahrung, insbesondere
als im Zuge der Briefbombenanschläge Jagd auf das gesamte nationale Spektrum
in Österreich gemacht wurde. Es sind die gleichen Mechanismen, die hier
eingesetzt werden, und auch die Kräfte, die dahinter stehen, sind ein und
die selben.
2) Seit rund zwei Jahrzehnten bin ich gegen die geistige Fremdbestimmung
unserer Heimat aktiv und habe der von den alliierten Siegermächten
lizensierten Presse noch nie Interviews gegeben. Im Gegenteil - ich lehne
jede Kooperation mit den Feindmedien ab, da sie das eigentliche
Machtinstrument des US-Vasallensystems darstellen. Die Politik vollzieht in
den sog. westlichen Demokratien lediglich die Vorgaben der Medien nach.
3) Der eigentliche Skandal an der ganzen Angelegenheit sind mit Sicherheit
nicht ein paar alte Fotos, sondern die Tatsache, daß in Österreich seit 1945
ein weltweit und vielleicht auch weltgeschichtlich einmaliges
Instrumentarium zur Verfolgung mißliebiger Meinungen und deren Vertreter
vorhanden ist - und je nach Bedarf eingesetzt wird.
Im übrigen ist Verrat mit den Ehrbegriffen eines deutschen Menschen
grundsätzlich nicht vereinbar. Gerd Honsik hat in seiner Zeitschrift “HALT”
einmal geschrieben: “Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der
Denunziant.” Der Satz bezog sich auf Wolfgang Neugebauer, den langjährigen
Leiter des DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes),
dessen “wissenschaftlicher Charakter” Wissenschaftlern aus aller Welt bis
heute verborgen blieb. Denn genau genommen macht das DÖW nichts anderes, als
über politisch unliebsame Meinungsäußerungen Protokoll zu führen und im
Bedarfsfall Personen anzuschwärzen oder anzuzeigen - eben zu denunzieren. In
Neugebauer habe ich daher nie einen Wissenschaftler, sondern den Hausmeister
des staatlich subventionierten Antifaschismus gesehen. Einen sehr mächtigen
Hausmeister allerdings, denn er entschied oftmals über ranghohe
Stellenbesetzungen im Staate und beeinflußte die politische Judikatur und
damit letztendlich die Machtverhältnisse in der Republik Österreich
maßgeblich. Zeit dazu hatte er genug, denn schließlich gibt der eigentliche
Forschungsgegenstand des DÖW, der Widerstand in Österreich gegen den
Nationalsozialismus, herzlich wenig her.
Ganz anders sieht es mit der Verfolgung nationaler und anderer politisch
mißliebiger Personen in Österreich nach 1945 aus: Rund ein Drittel der
Österreicher wurde durch das von den alliierten Siegermächten eingesetzte
politische System entrechtet und bekam seine vollen staatsbürgerlichen
Rechte erst ab 1949 wieder zurück. Nicht zuletzt war dies der Verdienst des
Verbandes der Unabhängigen (VdU), der Vorläuferorganisation der FPÖ. Die FPÖ
ist mit Sicherheit gut beraten, wenn sie sich ihrer eigenen Parteigeschichte
erinnert und wieder Partei für die Verfolgten ergreift, anstatt sich mit den
Verfolgern zu arrangieren. Denn es sind längst keine Einzelfälle oder
Wirrköpfe mehr, sondern die Zahl der Verfolgten des NSDAP-Verbotsgesetzes
hat in den letzten 15 Jahren rund 300 Personen betroffen. Darunter zuletzt
auch die prominenten Fälle David Irving und John Gudenus. Die Tatsache, daß
man HC Strache mit dem “Vorwurf” abschießen will, er hätte Kontakte zu
“Neonazis”, sollte auch jene FPÖ-Mitglieder wachrütteln, denen bislang
verborgen blieb, daß in Österreich jede echte Opposition mit einem
Gesinnungsterror sondergleichen bekämpft wird. Wenn die FPÖ nicht erkennt,
daß das eigentliche Problem das verfassungswidrige Verbotsgesetz ist, läuft
sie nicht nur Gefahr ihren derzeitigen Obmann verlieren, sondern sich selbst
lahmzulegen.
Andreas Thierry




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